Mercedes-Benz / Daimler: Wie geht es weiter im Dieselskandal? Rückruf, Stilllegung usw.

 

Hat man vor ein paar Monaten noch gedacht, dass der Abgasskandal vor allem VW betrifft, weiß man heute – im Juni 2018: Der Dieselskandal weitet sich immer mehr aus. Bei Mercedes-Benz bzw. Daimler wurde bekannt, dass nicht nur der Mercedes Vito mit Schummelsoftware ausgestattet wurde. Prompt ordnet das Kraftfahrtbundesamt (KFB) einen verpflichtenden Rückruf für europaweit mehr als 700.000 Mercedes-Diesel-Fahrzeuge an – mehr als 200.000 davon in Deutschland.

Aber was hat das für Auswirkungen für Sie als Fahrer eines Mercedes-Diesel? Wie geht es im Dieselskandal weiter, wenn Ihr Mercedes vom Abgasskandal betroffen ist?

Wenn es zum Rückruf kommt: Muss man der Aufforderung folgen?  

Zwar hat die Rückrufaktion im Falle von Daimler bzw. Mercedes noch nicht angefangen, damit ist aber bis spätestens Ende des Jahres zu rechnen. Kommt es zu einem offiziellen Rückruf von Mercedes-Diesel-Fahrzeugen wegen unzureichender Abgaswerte im Realbetrieb, erhalten Sie zunächst von Ihrem Kfz-Händler oder Mercedes eine Aufforderung Ihr Fahrzeug überholen zu lassen. Folgen Sie dieser Aufforderung nicht, erhalten Sie vom KFB einen gelben Brief per Post. Hier werden Sie aufgefordert, Ihr Fahrzeug innerhalb einer Frist bei einer Mercedes-Vertragswerkstatt nachbessern zu lassen. An diese Frist sollten Sie sich halten und bis dahin Ihr Fahrzeug in der Werkstatt abgeben!

Kann es zu einer Stilllegung kommen – weitere Folgen?

Eine Stilllegung ist möglich, wenn Sie der Aufforderung des KFB nicht innerhalb der gesetzten Frist nachkommen. Diese Rechtsfolge wird Ihnen auch im Schreiben des Kraftfahrbundesamtes angedroht. Was bei VW-Fahrzeugen bereits passierte – auch in München! – kann dann für Mercedes-Diesel, die vom Abgasskandal betroffen sind, Realität werden. Und eine Stilllegung ist eine ärgerliche Sache.

Aber auch der TÜV kann Ihnen einen Strich durch die Rechnung machen, wenn Ihr Mercedes-Diesel zu den Fahrzeugen zählt, die von der Rückrufaktion betroffen sind: Wurde Ihr Mercedes nicht nachgerüstet, kann der TÜV Ihnen bei der nächsten Hauptuntersuchung (HU) und Abgasuntersuchung (AU) die TÜV-Plakette verweigern. Und nicht zuletzt ist es nicht ratsam Ihren betroffenen Diesel nun noch schnell zu verkaufen – jedenfalls nicht ohne den Käufer darüber aufzuklären, falls das Fahrzeug nicht umgerüstet ist.

Welche Mercedes-Modelle können vom Rückruf betroffen sein?

Welche Fahrzeugtypen welcher Baujahre Teil des Rückrufs des KFB sein werden, ist noch nicht im Detail offiziell bekannt. Es könnten allerdings folgende Modelle / Baujahre betroffen sein:

Mercedes C-Klasse: C 180d, C 200 d bzw. C 180 und C 200 BlueTEC; vermutlich auch C 220, C 250 d, C 220 und C 250 BlueTEC. Betroffene Baujahre wohl 2013 bzw. 2014, aber auch 2015, 2016, 2017 und 2018.

Mercedes E-Klasse: Betroffen wohl die Modelle E 350 BlueTEC, teilweise E 350 d, Baujahre 2013, 2014, 2015 bis Ende 2016.

Mercedes S-Klasse: Vermutlich sind hier der Mercedes S 300 BlueTEC HYBRID und Mercedes S 300 h betroffen, gebaut zwischen Ende 2013 und Herbst 2016.

Mercedes ML-Klasse: Vermutlich ML 250 BlueTEC betroffen, ggfs. auch Mercedes GLE 250 d, Baujahre 2011, 2012, 2013, 2014 bis Mitte 2015.

Mercedes G-Klasse (Geländewagen): Möglichweise betroffen sind ggfs. der Mercedes G 350 d, Baujahr 2015 (2. Jahreshälfte).

Mercedes Vito (kleiner Transporter): 1,6-Liter- und 2,2-Liter-Diesel (Motortyp: OM 622, OM 651) – vermutlich Fahrzeuge gebaut 2014, 2015 oder 2016.

Mercedes GLC (SUV): Betroffen vermutlich GLC 220 d bzw. GLC 250 d, Baujahr Mitte 2015 bis Mitte 2018.

Welche Rechte haben Sie als betroffener Dieselfahrer?  

Ist auch Ihr Mercedes vom Dieselskandal betroffen, können Sie unterschiedliche Rechte und Ansprüche geltend machen, und zwar gegen Ihren Autohändler oder direkt gegen Mercedes-Benz.

So können Sie

  1. Schadensersatz Entschädigung verlangen, wenn Sie das Fahrzeug behalten und nachrüsten lassen wollen.

 

  1. das Fahrzeug umtauschen. Sie geben Ihr mangelhaftes Fahrzeug ab und erhalten ein Fahrzeug des gleichen Typs, das die Abgasnormen einhält.

 

  1. vom Kaufvertrag zurücktreten (Rücktritt) und die Erstattung des Kaufpreises

Droht auch hier Verjährung?  

Wann die Verjährung von vertraglichen Gewährleistungsansprüchen eintritt, hängt vom Einzelfall ab – eine zeitnahe Verjährung ist aber auch hier absolut denkbar. Aus diesem Grund ist es wichtig, zeitnah von einem spezialisierten Anwalt prüfen zu lassen, wann Ihre Rechte und Ansprüche aus dem Dieselskandal (z. B. Schadensersatz wegen Wertverlust) verjähren! So erfahren Sie zuverlässig, ob Sie Rechte aus dem Dieselskandal geltend machen können und bis wann Sie rechtliche Schritte einleiten müssen.

Widerruf des Autokredits / Leasingvertrages

Wenn Sie Ihren Diesel geleast haben oder einen Autokredit für die Finanzierung in Anspruch genommen haben, können Sie eventuell den Leasing-Vertrag oder Kreditvertrag widerrufen. Ob das möglich ist, prüfen wir gerne für Sie!

Wir klären Ihre Rechte – in einer kostenfreien Ersteinschätzung!

Sie möchten nun wissen, welche Rechte Sie ganz individuell haben, wenn Ihr Fahrzeug von Dieselskandal betroffen ist? Das klären wir für Sie mit einer kostenfreien Ersteinschätzung. So wissen Sie schnell, ob Sie Ihr Fahrzeug umtauschen können, Schadensersatz wegen Wertverlust bekommen und ob Ihr Fahrzeug auch bei drohenden Fahrverboten weiterhin in der Innenstadt, z. B. von München, uneingeschränkt fahren darf.

 

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