Auch LG München I entscheidet verbraucherfreundlich: Widerruf Autokredit wegen fehlerhafter Widerrufsbelehrung möglich

Die verbraucherfreundlichen Urteile mehren sich. Auch das Landgericht München I ermöglichte mit Urteil vom 9.02.2018 (Aktenzeichen: 29 O 14138/17) nun einem Verbraucher die Rückabwicklung eines finanzierten Autokaufs.

Auch in diesem Fall ist nach Ansicht des Gerichts die 2-wöchige Widerrufsfrist nicht angelaufen, da der Kläger (Käufer/Darlehensnehmer) nicht ordnungsgemäß über seine (außerordentlichen) Kündigungsrechte belehrt worden war. Der Widerruf des Darlehensvertrages (und damit auch des Kaufvertrages) war somit noch lange nach Kauf und Vertragsabschluss möglich.

Verbraucher, die ihr Fahrzeug finanziert oder geleast haben, sollten daher dringend ihre Kredit- bzw. Leasingverträge überprüfen lassen. Über den „Widerrufsjoker“ lässt sich somit womöglich zu hervorragenden Konditionen ein Ausweg aus dem Diesel-Dilemma finden. Das betroffene Fahrzeug kann gegen Rückerstattung der geleisteten Zahlungen (Anzahlung und Raten) zurückgegeben werden. Der zu leistenden Nutzungsersatz für die Nutzung des Fahrzeugs fällt zumeist gering aus, da die Gerichte überwiegend von Laufleistungen von 250.000 km für das gesamte Fahrzeugleben ausgehen. Wer sein Fahrzeug also nur durchschnittlich nutzt, hat somit nur geringen Nutzungsersatz zu leisten.
 
 
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