Auspuff mit Agbaswolke als Fragezeichen - bildlich für Dieselskandal

Dieselskandal: Wann verjähren Ansprüche auf Schadensersatz etc.?

Wer vom Dieselskandal betroffen ist, der will gegen den Fahrzeughändler bzw. den Hersteller seines Diesels seine Ansprüche geltend machen. Ganz unterschiedliche Rechte und Ansprüche sind dabei denkbar, z. B. Schadensersatz. Aber wie lange kann man Rechte und Ansprüche im Dieselskandal geltend machen? Antworten auf diese Frage finden Sie in diesem Beitrag.

Ihre Rechte & Ansprüche im Dieselskandal

Ist Ihr Diesel – ob Audi, VW Seat, Skoda, Porsche oder Mercedes Benz / Daimler – vom Dieselskandal betroffen, weil er ohne Nachrüstung bzw. Software-Update die Euro 6 Abgas-Werte nicht einhält, haben Sie unterschiedliche rechtliche Möglichkeiten gegen den Hersteller oder den Fahrzeughändler vorzugehen. Der Grund dafür: Erfüllt Ihr Fahrzeug die geltenden Abgasnormen nur auf dem Prüfstand und nicht – wie zugesagt – auch im Realbetrieb, ist Ihr Diesel rechtlich gesehen „mangelhaft“.

Ist das der Fall, haben Sie unterschiedliche Rechte bzw. Ansprüche. Sie können

  • Schadensersatz Entschädigung für den Wertverlust verlangen, wenn Sie Ihr Fahrzeug behalten und nachrüsten lassen wollen.

 

  • das Fahrzeug umtauschen: Sie geben Ihr mangelhaftes Fahrzeug ab und erhalten ein mangelfreies Fahrzeug des gleichen Typs.

 

  • vom Kaufvertrag zurücktreten (Rücktritt), das Fahrzeug zurückgeben und die Erstattung des Kaufpreises verlangen.

Uneinheitliche Verjährung – Verjährung in jedem Fall anders!  

Wann Ansprüche aus dem Dieselskandal verjähren, diese Frage kann man nicht einheitlich beantworten. Denn Schadensersatzansprüche können sich z. B. entweder gegen den Hersteller (VW, Daimler etc.) oder gegen den Verkäufer Ihres Diesel-Fahrzeuges richten (z. B. Autohaus).

Je nachdem, von wem man Schadenersatz verlangt, ist eine andere gesetzliche Norm Rechtsgrundlage für die Forderung. Damit sind auch unterschiedliche Verjährungsfristen relevant.

  1. Ansprüche gegen Autohaus / Ihren Autohändler

Beim Kauf vom Autohaus / Fahrzeughändler sind Ansprüche auf Schadensersatz aus einer Verletzung des Kaufvertrages möglich. Je nachdem, ob man ein Gebrauchtwagen gekauft hat oder ein Neufahrzeug, gibt es bereits hier unterschiedliche Verjährungsfristen: bei Gebrauchtwagen idR ein Jahr, bei Neuwagen idR zwei Jahre ab Übergabe des Fahrzeugs. Hat der Verkäufer den Mangel des Fahrzeugs arglistig verschwiegen, kann sich die Verjährung auf drei Jahre ab Übergabe des Fahrzeugs verlängern.

Da Gerichte inzwischen teilweise entschieden haben, dass Fahrzeughändler sich eine arglistige Täuschung der Kunden durch den Hersteller (VW!) zurechnen lassen müssen, können auch VW-Diesel-Fahrer, die der VW-Skandal betrifft, unter Umständen auch 2018 noch Ansprüche gegenüber dem Autohändler haben!

Fazit: Vertragliche Gewährleistungsansprüche gegen Ihren Autohändler im Dieselskandal verjähren unter Umständen bereits ein Jahr, maximal aber drei Jahre nach Übergabe des Fahrzeugs an Sie! Zögern Sie also nicht, uns zu kontaktieren, um die Verjährung in Ihrem konkreten Fall individuell zu prüfen!

  1. Ansprüche gegen den Hersteller (VW, Mercedes, Porsche etc.)

Anders bei Ansprüchen, die man gegen den Hersteller seines mangelhaften Diesels geltend machen will: Hier gilt immer eine Verjährungsfrist von drei Jahren – ob Gebrauchtwagen oder Neuwagen. Es kommt außerdem nicht auf den Zeitpunkt der Übergabe des Fahrzeugs an Sie an, sondern auf den Zeitpunkt, an dem Sie wussten, dass Sie ggfs. Ansprüche gegen den Hersteller geltend machen können (Zeitpunkt der Kenntnis). Und nicht zuletzt beginnt diese Frist erst mit dem Ende des Jahres zu laufen, in dem Sie erfahren haben, dass Ihr Fahrzeug betroffen sein könnte.

Fazit: Ansprüche gegen den Hersteller verjähren in drei Jahren ab Ende des Jahres, in dem Sie davon erfahren haben, dass Ihr Diesel ggfs. auch vom Dieselskandal betroffen ist (z. B. aus den Nachrichten). Hier ist also grundsätzlich mehr Zeit als bei Ansprüchen gegen den Fahrzeugverkäufer. Aus Gründen der Vorsicht sollten Ansprüche aber noch im Jahr 2018 geltend gemacht werden, denn das Thema Dieselskandal kam schon 2015 in den Medien auf

Zeitnah aktiv werden – nicht nur für VW-Diesel-Fahrer!

Man sollte als Betroffener des Diesel-Skandals aber in beiden Fällen nicht zu lange warten, von einem erfahrenen Anwalt prüfen zu lassen, ob man ggfs. Schadensersatz gegen den Hersteller oder Verkäufer des eigenen Diesels geltend machen kann!

Wir prüfen kurzfristig in einer kostenlosen Ersteinschätzung, ob Sie (noch) Ansprüche gegen den Hersteller oder Verkäufer Ihres „Dieselgate“-Diesels geltend machen können oder ob bereits Verjährung eingetreten ist. Kontaktieren Sie uns gerne unverbindlich telefonisch oder unkompliziert über das anwalt.de-Kontaktformular!

Bildnachweis: Maren Winter – fotolia.com