Auspuff mit Agbaswolke als Fragezeichen - bildlich für Dieselskandal

Porsche: droht mit Porsche 911 ein neuer Abgasskandal?

Auch an Porsche geht der Abgasskandal nicht spurlos vorbei. Nachdem erste Urteile für Porsche-Eigentümer wegen Manipulationen an der Abgasreinigung von Fahrzeugen gefällt wurden (z. B. Cayenne mit 3.0 Liter TDI-Motor) und Porsche zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt (https://anwalt-abgasskandal.eu/blog-post/3.0-tdi-audi-porsche-vw/) wurde (nicht rechtskräftig, 2/2019), gerät nun der Klassiker, der Porsche 911, in den Fokus.

Denn VW hat Ende Januar 2019 Selbstanzeige beim Kraftfahrtbundesamt (KFB) erstattet, das berichtete das Magazin Spiegel Ende Januar. Offenbar leiden einige Jahrgänge des Sportwagens 911 der Marke Porsche unter „fehlerhaften Verbrauchswerten“, wie es elegant umschrieben wird. Das bedeutet: auch Fahrer eines Porsche 911 könnten vom Abgasskandal betroffen sein, wenn ihr Fahrzeug aus dem Baujahr 2016 oder 2017 stammt.

Höherer Verbrauch als angegeben

Anlass für die Selbstanzeige ist wohl, dass der Porsche 911 mehr Kraftstoff verbraucht, als der Hersteller bisher in der sog. Typengenehmigung angegeben hat und als man in Tests ermittelt hatte.

Bei Messungen hätte man offenbar einen unzutreffenden Wert für den Luftwiderstand des Fahrzeugs der Berechnung der Verbrauchswerte zugrunde gelegt. Der falsche Wert für den Luftwiderstand – der wohl zu gering angegeben war – hätte in der Konsequenz dazu geführt, dass der Gesamtausstoß an CO2 zu niedrig angegeben worden sei.

Welche Probleme drohen nun 911er-Fahrern? 

Sollte sich diese Vermutung bestätigen, weichen Porsche 911 der Baujahre 2016 und 2017 im Ist-Zustand von dem Zustand ab, den der Fahrzeughersteller für einen Porsche 911 gegenüber dem Käufer angegeben hat. Ab einer Abweichung von mehr als 10% im Vergleich zur ursprünglichen Angabe drohen rechtliche Konsequenzen.

Dann könnte es einerseits zum Rückruf der Fahrzeuge durch das Kraftfahrtbundesamt kommen. Eine Rückrufaktion wäre nicht die erste für Porsche: denn 2018 wurden mehr als 50 000 Oberklasse-Porsche wegen unzulässig eingebauten Abschalteinrichtungen der Abgasreinigung zurückgerufen und Porsche verpflichtet, die Abschalteinrichtungen zu entfernen.

Andererseits drohen bei höheren Abgaswerten höhere Kfz-Steuern für die Halter der Fahrzeuge. Denn ein höherer Kraftstoffverbrauch wirkt sich unter Umständen auf die Steuerlast für Fahrer betroffener Porsche 911 aus. Allein das könnte künftig im Wege der Sachmängelhaftung zu Schadensersatz- oder Minderungsansprüchen der Eigentümer betroffener Fahrzeuge führen.

Und auch das Recht vom Vertrag zurückzutreten könnten Käufer geltend machen. Das würde bedeuten, dass in einem solchen Fall der Käufer das Fahrzeug zurückgeben müsste, der Käufer aber auch den gesamten Kaufpreis, verzinst seit Fahrzeugkauf, zurückverlangen könnte und sich nur mit einem Abzug für mit dem Fahrzeug gefahrene Kilometer abfinden müsste.

Was bedeutet diese Selbstanzeige für Fahrer eines Porsche 911?

Derzeit ist noch nicht bekannt, welche Folgen die Selbstanzeige beim KFB haben wird, wie die Ergebnisse der Untersuchung des Kraftfahrtbundesamtes aussehen werden und welche rechtlichen Folgen sich daraus ableiten lassen.

Stellt sich allerdings heraus, dass die Porsche SE von fehlerhaften Verbrauchswerten der Fahrzeuge aus den Jahren 2016 und 2017 wusste – oder zumindest nicht das Gegenteil beweisen kann –, könnten Eigentümer von Fahrzeugen dieser Baujahre ggfs. Schadensersatz von Porsche wegen falscher Verbrauchswerte verlangen, ggfs. vom Kaufvertrag zurücktreten und unter Umständen auch Finanzierungskosten ersetzt verlangen.

Derzeit ist das Unternehmen offenbar damit beschäftigt, interne Untersuchungen in enger Abstimmung mit den Behörden durchzuführen, um den Sachverhalt rund um den 911er und seine Verbrauchswerte zu ermitteln.

Sie haben Fragen zum Abgasskandal? 

Sie fahren einen Porsche 911 der Baujahre 2016 oder 2017 und machen sich nun Sorgen, dass Ihr Fahrzeug ggfs. vom Abgasskandal betroffen sein könnte? Sie wollen in Erfahrung bringen, welche rechtlichen Möglichkeiten Sie in einem solchen Fall haben und wollen auf dem Laufenden bleiben, was die Selbstanzeige beim KFB für Folgen hat?

Sprechen Sie uns gerne an – wir beraten Sie schnell, unkompliziert und zuverlässig. Sie erreichen uns unter 089 / 23 23 87 25-0 oder per E-Mail an mail@keusch-rae.de!

 

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