Urteile gegen Audi und Daimler wegen Thermofenster

Es ergingen mittlerweile mehrere Urteile für geschädigte Halter von Fahrzeugen, die mit einem sogenannten Thermofenster ausgestattet sind. Konkret betroffen sind Modelle von Daimler und von Audi mit 3.0 TDI-Motoren. Thermofenster bedeutet, dass die Abgas­reinigung nur innerhalb bestimmter Lufttemperaturen arbeitet. Ist es wärmer oder kälter, schaltet die Abgasreinigung ab.

 

Urteil gegen die Audi AG

 

Landgericht Stuttgart, Urteil vom 08.01.2019, Aktenzeichen: 7 O 265/18

Betroffen war ein Audi A4 mit 3.0-TDI-Motor mit so genanntem „Thermofenster“. Das Gericht verurteilte Audi zum Schadensersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung. Die Abschaltung der Abgasreinigung schon bei Temperaturen unterhalb von fünf Grad sei unzulässig.

 

Urteile gegen die Daimler AG

Landgericht Stuttgart, Urteil vom 17.01.2019, Aktenzeichen: 23 O 172/18

Betroffen war ein Mercedes C 250 d mit der Abgasnorm Euro 5 und einem Motor vom Typ OM. Die Daimler AG räumte ein, dass die Abgasrückführung bei Außentemperaturen unter 7° Celsius reduziert wird. Das Gericht hält die Verwendung solcher Thermofenster für unzu­lässig ist und verurteilte die Daimler AG wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zur Erstattung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung gegen Rück­gabe des Fahrzeuges. Nach Auffassung des Gerichts habe die Daimler AG habe durch ein System zur planmäßigen Verschleierung die Zulassung erschlichen, weshalb dem Kläger ein nach­träglicher Entzug der Zulassung drohe. Bezüglich der Kenntnis des Vorstandes wurde eine sekundäre Darlegungslast der Daimler AG angenommen.

Landgericht Stuttgart, Urteil vom 17.01.2019, Aktenzeichen: 23 O 178/18

Betroffen war ein Mercedes E 250 CDI mit der Abgasnorm Euro 6 und einem Motor vom Typ OM. Inhaltlich hat das Gericht entschieden wie in dem vorgenannten Fall (Landgericht Stuttgart, Urteil vom 17.01.2019, Aktenzeichen: 23 O 172/18)

 

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